Episode 2 - Der Depp* auf der Baustelle

„Eigentlich ist es ein schöne Baustelle“, denkt sich Bernd Bauleiter, denn die Lage am Rand der Kreisstadt ist prima geeignet, der Hektik des Alltags zu entkommen, wenn man nicht gerade Bauleiter ist.

Was an der Baustelle allerdings ein wenig lästig ist, sind die Randbedingungen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine der Firmen die Baupläne eine wenig zu kreativ interpretiert und die Planvorgaben optimiert. Was der Eine für „Optimierung“ hält, nennt der Andere Baumangel.

Dann ist da noch die Sache mit dem babylonischen Sprachgewirr. Hätte der Herrgott nicht darauf verzichten können, seine Schöpfung mit gefühlten 200.000 verschiedenen Sprachen auszustatten? Und wenn Er schon darauf nicht verzichten will, weshalb müssen dann auf dieser Baustelle 15 verschiedene Idiome gesprochen werden?

Vielleicht hat der Herrgott auch ein Einsehen mit Bernd, denn nach dem spontanen Besuch der Bundespolizei am letzten Donnerstag hat sich die Anzahl der Sprachen hier von 20 auf besagte 15 reduziert.

Schwieriger wird es mit seinem Verständnis für die Kollegen von Denkmal- und Brandschutz. Wer da wen vor was schützt und warum sich die Herrschaften nicht einig werden, bleibt wohl nicht nur für Bernd ein Mysterium. Der eine sagt „Schwarz“, der andere „Weiß“, aber mit Grau ist keiner zufrieden. Wie soll man denn da vernünftig bauen?

Und ab und zu kommen auch noch irgendwelche Wildfremden auf die Baustelle, um „mal zu gucken in diesem schönen Haus“. Da vorne ist wieder einer. Da Bernd Bauleiters Geduldskonto heute schon geplündert ist, fällt die Ansprache etwas deftiger aus: „Heh, Sie da vorne! Was machen Sie hier? Das ist eine Baustelle. Da kann nicht jeder Depp rumlaufen wie er will. Sie stören uns und könnten sich sogar verletzen.“ Der Angesprochene macht jedoch keine Anstalten zu gehen.

Er kann den Gesichtsausdruck des Gegenübers nicht so recht einschätzen. Ist es Belustigung, ist es Unverständnis, ist es gar Mitgefühl? Davon kann Bernd gerade gar nichts gebrauchen. „Da haben Sie recht, Herr Bauleiter. Hier soll nicht jeder Depp rumlaufen. Gut, dass Sie darauf Acht geben. Sie kennen mich noch nicht, ich bin Ihr Auftraggeber.“

Das ist genau der Moment, in dem sich Bernd wünscht, eine Klappe würde unter ihm aufgehen, er hineinfallen und nicht mehr gesehen werden - zumindest nicht sein knallrot angelaufener Kopf.

 

Tipps zur Episode:

Man kann nicht jeden kennen und es ist auf den Baustellen häufig hektisch und unübersichtlich. Auch wenn es manchmal höchste Anstrengung erfordert, zu allen und jedem höflich zu sein – es könnte sich lohnen. Höflichkeit und Bestimmtheit sind keine Widersprüche. Finden und treffen Sie Ihr Bauteam, bauen Sie verlässliche, langfristige Kontakte auf – der Project Team Finder kann Ihnen dabei helfen.

* Der „Depp“ ist im Bayerischen Sprachgebrauch ein ungeschickter, vielleicht etwas geistig minderbemittelter Mitmensch. „Depp“ wird gerne als mehr oder weniger ernst gemeintes Schimpfwort verwendet.

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