Episode 4 - Keine frohe Weihnachtsbotschaft

Es ist eine schöne Feier, wirklich schön. So mit Bürgermeister, Gemeinderat, Architekt, Pressevertretern, Handwerkern, Feuerwehr und sogar mit dem örtlichen Spielmannszug. Der Bürgermeister strahlt mit dem Herbstwetter um die Wette. Heute können sie es endlich einweihen, das neue Biomasse-Heizwerk für die örtliche Wärmeversorgung.

Nur der Schornstein ragt hoch in die Luft, denn das Gebäude ist – als politischer Kompromiss – im Wesentlichen unterirdisch gebaut. Auch Paul Planer ist zufrieden. Nicht unbedingt wegen der Darbietungen des Spielmannszugs, sondern weil auch die von ihm geplante Technik noch rechtzeitig fertig geworden ist.

Wochen später, kurz vor Weihnachten, bringt sich das Bau-Projekt bei Paul Planer wieder in Erinnerung. Er müsse unbedingt zum Heizwerk kommen, meldet sich der aufgeregte Bürgermeister am Telefon.

Von der angenehmen Stimmung bei der Einweihungsfeier ist nur noch die Feuerwehr übriggeblieben. Dass die Einsatzkräfte nicht seit der Eröffnungsfeier vor Ort geblieben sind, erkennt Paul daran, dass die mutigen Helfer jetzt ihre Einsatzkleidung tragen. Als der Bürgermeister Paul erkennt, kommt er dem Ingenieur hektisch entgegen. „Wie schlimm ist es?“, will Paul wissen. „Fast einen halben Meter!“, gibt der mit resignierter Stimme zurück.

Für die Feuerwehr ist es letztendlich keine große Sache: nach zwei Stunden ist alles leer gepumpt. Paul steigt gemeinsam mit dem Feuerwehrkommandanten und dem Bürgermeister in das neue Heizwerk hinab. Nichts geht mehr, auch das Licht kommt über die Notstromgeneratoren der Feuerwehr. Die Schaltschränke sind durch das jetzt ausgepumpte Wasser defekt.

„Was denn um Himmels Willen ist denn nur schief gegangen?“, denkt Paul. Am Tag vor Heiligabend erreicht ihn dann die Botschaft, die keine sehr frohe ist. Der Überbringer ist auch nicht der Erzengel Gabriel, sondern der Gutachter.

Bald steht fest, dass eigentlich nur die Kesselkreispumpe ausgefallen ist. Weil der Biomassekessel nicht mehr gekühlt wurde, hat sich das Sicherheitsventil geöffnet und wohl nicht mehr geschlossen. Und weil das Heizwerk hauptsächlich unterirdisch gebaut ist, werden die Abwässer über eine Hebeanlage in den öffentlichen Abwasserkanal gefördert.

Die Wassermenge, die über das Sicherheitsventil ausgetreten sei, sei aber zum einen viel zu groß für die Pumpe der Hebeanlage gewesen und zum anderen viel zu heiß. Nachdem dann die Hebeanlage kapituliert habe, hätte sich das Heizwerk in ein Schwimmbecken verwandelt.

 

Anmerkungen zu Episode:

Die Ausblaseleitungen von Sicherheitsventilen sollten NIEMALS über Hebeanlagen geführt werden. Temperatur und Wassermenge können diese schnell überfordern. Besonders groß ist die Gefahr, wenn große Biomassekessel mit von der Partie sind. Sie haben durch die Schmottauskleidung eine sehr große Masse, die gekühlt werden muss. Es kann also sehr lange dauern, bis das Sicherheitsventil sich wieder schließt, auch wenn es nicht hakt.

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